Das Vorbildinstrument befindet sich in Privatbesitz. Es wurde durch Umbau der modernen Spielpraxis angeglichen, wobei Hals, Bassbalken, und die Bestandteile verloren gingen. Beim Nachbau wird die Halslänge nach dem „goldenen Schnitt“, einem Teilungsverhältnis der Spätrenaissance, rekonstruiert. Die daraus resultierende Spielmensur beträgt bei einer hypothetischen Stegposition an den f–Kerben 34 cm. Jedoch ist davon auszugehen, dass die Stege vor der Erfindung der umsponnenen Saiten tiefer standen. Das belegen zumindest ikonographische Zeugnisse.
Griffbrett und Saitenhalter werden beim Nachbau anhand von Originalen einer Tenorviola von Gasparo da Salò, mit Intarsien in Rautenornamentik gefertigt. Steg- und Wirbelmodell sind der Malerei der Zeit entnommen. Konstruktiv und klanglich unterscheiden sich die Brescianer Instrumente sehr von denen der Cremoneser Schule. Die Hälse wurden nicht wie dort üblich von innen her angenagelt, sondern ragen in den Korpus hinein, wobei die Oberzargen seitlich eingeleimt wurden. Die für den Klang wichtige Wölbung ist nach einer kurzen tiefen Hohlkehle konvex gestreckt und sehr voll.
